Studium in Warschau

Studenten aus Deutschland sind schon immer nach Polen gereist und haben an den dortigen Universitäten studiert. Dies ist heute immer noch so, heute allerdings in erster Linie deshalb, weil sich ein Auslandssemester gut im Lebenslauf macht und die Anstellungschancen damit steigen. Das gilt insbesondere für eine Aufenthalt in einem osteuropäischen Land, denn die Wirtschaft orientiert sich schließlich zunehmend in dieser Richtung. Es muss ja auch nicht immer das komplette Studium sein, das hier durchgeführt wird, auch einzelne Semester können absolviert werden.

Seit einiger Zeit wird von einigen Universitäten – unter anderem auch von der in Warschau – ein Vollzeitstudium angeboten. Dieses bringt einen Abschluss, der mit dem in Deutschland vergleichbar ist. Allerdings ist hier mit Gebühren zu rechnen. Wer sich zum Beispiel für ein Studium der Medizin entscheidet, muss rund 6500 Euro Studiengebühren berappen – pro Studienjahr. Dies gilt aber nur für die Studiengänge, die auf Englisch abgehalten werden. Wer sich für einen polnischsprachigen Studiengang entscheidet, muss in der Regel nicht mit Gebühren rechnen. Allerdings sind die Studiengebühren nicht für jedes Fach so hoch, wie das für Medizin der Fall ist.

Der Bologna-Prozess hat bewirkt, dass die Abschlüsse der Studiengänge nun leichter miteinander zu vergleichen sind und so kann ein Bachelor, der in Warschau erworben wird, mit einem deutschen Bachelor gleichgesetzt werden. Aus diesem Grund sind die Abschlüssen hier auch nicht geringer angesehen. Es werden übrigens fast alle Studiengänge, die in Deutschland studiert werden können, auch in Polen angeboten. Wer in Polen einen Master ablegt, kann mit diesem auch in Deutschland weiter studieren und eine Promotion anstreben. Die Wartezeiten bei polnischen Studiengängen sind in der Regel kürzer, dafür werden aber häufiger Einstufungstests vorgenommen. Wird die Prüfung bestanden, erfolgt die Zulassung zum Studium.

Der angehende Student sollte aber bedenken, dass nicht nur Studiengebühren anfallen, sondern auch die Lebenshaltungskosten. Diese sind vergleichsweise niedrig, doch für Wohnungen in Uni-Nähe sollte ein höherer Betrag eingerechnet werden. Wer ein wenig abseits der Uni wohnen möchte, kann mit niedrigeren Mietpreisen rechnen, dafür sind wiederum die Fahrtkosten zur Uni einzuplanen.