Lesben- und Schwulenszene in Warschau

europride warschau Langsam kommt Bewegung in die Lesben- und Schwulenszene in Warschau, auch wenn der Fortschritt nur auf leisen Sohlen daherkommt. Vor fünf Jahren verbot der ehemalige Bürgermeister Kaczinsky die so genannte Parade der Gleichheit. Schon im Jahr darauf waren es rund 10.000 Menschen, die in Warschau protestierten. Dabei waren dies nicht nur Warschaus Bürger, sondern auch Menschen aus dem europäischen Ausland. Im Sommer des Jahres 2010 fand dann der Europride statt. Dies war auch das erste Mal, dass die Stadt Warschau etwas beisteuerte und zwar 5000 Euro für die Public Relations der Parada Rownosci. Die heimische liberale Tageszeitung brachte darüber einen Aufmacher am Tag nach der Entscheidung. Dies war zwar nicht viel, aber immerhin besser als gar nichts, fanden die Beteiligten.

Nun gibt es in Warschau aber nicht nur ab und zu Veranstaltungen, die sich mit dem Thema Gleichheit und Rechte für alle beschäftigen, sondern auch verschiedene Einrichtungen für Schwule und Lesben. Da ist zum einen der Klub Galla zu nennen, eine schwule Sauna, die ihre Rushhour zwischen 18:00 und 21:00 Uhr hat. Dann gibt es den Cruising- und Saunaclub Fantom, in dem es eher gemischt zugeht und in dem von Jung bis Alt jeder willkommen ist. Des Weiteren sind es die Tanzclubs und Bars, die die Schwulen- und Lesbenszene in Warschau ausmachen. Am Wochenende treten Dragqueens im Rasko auf, die Bar Lodi Dodi bietet polnischen Schlager aus den siebziger Jahren und der Club Galeria wartet mit House und Pop auf. Wer sich hier aufhält, kann auch das Gefühl haben, gerade in Berlin oder in Hamburg unterwegs zu sein, das Flair ist ähnlich.

Es gibt sogar Stadtpläne für Schwule, die so genannten gay maps. Sie liegen in den Bars und Clubs aus und verzeichnen alle wichtigen Treffpunkte für Lesben und Schwule. Es gibt zudem verschiedene Taxiunternehmen, die als besonders schwulenfreundlich gelten, wie etwa die Firma Mega Taxi.