Europride 2010 Umzug

europride warschau Der Europride fand im Jahr 2010 in Warschau statt, zum ersten Mal in einem ehemaligen Ostblockstaat. Von Anfang an wurden Probleme befürchtet, doch die Ausschreitungen blieben noch hinter den Befürchtungen zurück. Der Europride startete friedlich, obgleich es schon zu Beginn der feierlichen Parade zu Protesten kam. Leider kam es dabei zu Ausschreitungen, die zwischen den Gegendemonstranten und der Polizei geführt wurden. Dennoch konnte die Parade wie geplant fortgesetzt werden und wurde ein Umzug, der sein Ziel erreichen konnte. Es sollte ein Umzug der Toleranz sein und genau das wurde erreicht. Außerdem konnte die internationale Aufmerksamkeit auf den Europride gelenkt werden und damit auf die Probleme, die Schwule und Lesben immer noch täglich auszustehen haben. Die Route für die Parade wurde allerdings gekürzt, was jedoch nichts mit den Ausschreitungen zu tun hatte, sondern mit der Hitze. Denn bei praller Sonne und 35 °C im Schatten wollte niemand die volle Strecke zurücklegen.

Schon nach den ersten Meldungen über die Gegenproteste zu Beginn der Parade wurden Bedenken laut, dass es arge Probleme geben könnte. Es handelte sich um nationalistische und rechtsradikale Kräfte, die hier gegen den Europride demonstrierten. Mehrere hundert Menschen demonstrierten im Zentrum von Warschau. Die Beleidigungen, die sie dabei auf Plakate schrieben, richteten sich gegen die Teilnehmer des Europride und beinhalteten nationalistische Parolen. Die Polizei schritt dann ein, als die Nationalisten vor dem Umzug begannen, mit Rauchbomben und Eiern zu werfen. Die Gegendemonstranten wurden durch sie eingekesselt und acht wurden sogar verhaftet. Die Parade startete danach wie geplant, allerdings mit ein wenig Verspätung. Es gab übrigens auch die friedlichen Gegendemonstrationen, wie die, bei der Männer Bibeln an die Teilnehmer der Parade verteilten. Alles in allem war der Europride in Warschau aber ein Erfolg und die Menschen, die am Umzug teilnahmen, wurden sogar noch durch andere unterstützt, die auf Balkonen standen. Insgesamt kann also eine positive Bilanz gezogen werden.